Grundlagen

Wir wollen euch hier einen "kleinen" Überblick über die Grundlagen des Sport bieten.

Der Bogensport ist, anders als viele denken, ein sehr vielseitiger Sport, welcher einge Vielzahl verschiedener Bogenarten und Disziplinen beinhaltet. Aufgrund dieser Vielseitigkeit wird es praktisch nie langweilig und jeder findet etwas für sich.

Bogenarten

Recurve - Der olympische Bogen

 

 

Der Recurve ist der einzige Bogen, welcher olympisch genutzt wird. Sein Name wird ihm durch die charakteristisch gebogenen Wurfarme verliehen, welche im gespannten Wurfarm "zurückgebogen" aussehen.

 

Der reine Bogen besteht aus einem Mittelstück aus Aluminium oder Carbon, 2 Wurfarmen aus Carbon mit Kernen aus Schaum oder Holz sowie der Sehne aus modernsten Werkstoffen.

 

An dieses Grundgerüst werden das Visier, die Pfeilauflage, der Button, ein Klicker, die Stabilisatoren und Dämpfungselemente engebracht. Dies ermöglicht ein präzises schießen, sorgt jedoch auch für ein vergleichsweise hohes Gewicht des Bogens.

 

Recurve-Schützen schießen bis zu 90 Meter auf ein 122cm großes Ziel, wobei der Ring für die 10, also die Höchstpunktzahl lediglich 12 cm misst. Die olympische Distanz beträgt 70 Meter auf das gleiche Ziel.

Quelle: onokarchery
Quelle: onokarchery

Der Compound - Hightech und Höchstpräzision

 

Der Compound ist ein Hightech-Bogen wie der Recurve und ist neben jenem Recurve, der einzige Bogen, welcher im WorldCup und bei Weltmeisterschaften der WA zugelassen ist.

 

Durch ein Seilzugsystem werden Hebelgesetze angewandt um bei einem vergleichsweise geringem Zuggewicht die höchste Beschleunigung aller Bögen zu ermöglichen.

Durch diesen Seilzug verfügt der Compound nicht nur über eine Sehne, sondern auch über sogenannte Kabel.

 

Wie beim Recurve sind auch am Compound Anbauten wie Visier, Pfeilauflage, Dämpfer und Stabilisatoren erlaubt. Eine spezielle weitere Besonderheit, welche einzigartig ist, liegt im Visier. Die Regeln des Compounds erlauben die Nutzung eines sogenannten "Scopes", welches ein Vergrößerungsglas und eine Wasserwage enthält, womit die Zielpräzision im Vergleich zum Recurve zusätzlich gesteigert wird.

 

Im WorldCup der WA im Freien schießen Compounder auf eine Distanz von 50 Metern auf 80er Spots, also auf Ziele, deren 10er Ring einen Durchmesser von 8cm besitzt. Ein Spot ist zudem in seinen Ringzahlen begrenzt.

Der Blankbogen - auch Barebow

 

Der Blankbogen ist der dritte, auf internationaler, sportlicher Ebene bedeutsame Bogen.

 

Es handelt sich bei diesem im Grunde um einen Recurve, welcher in seinen Anbauteilen stark limitiert ist. Lediglich der Anbau eines 5 cm großen Gewichts ist gestattet.

 

Zielhilfen und Stabilisatoren sind verboten, dafür ist es dem Schützen gestattet, auf der Sehne "abzugreifen", also den Eingriffpunkt der Zughand in die Sehne zu variieren. Dies ermöglicht ein Zielen über die Pfeilspitze.

Quelle: AliExpress
Quelle: AliExpress

Der Jagdbogen - Hybrid aus Tradition und Präzision

 

Der Jagdbogen wird zu den traditionellen Bögen gezählt. Der Aufbau ist identisch mit dem Recurve, jedoch sind die Jagdbögen in der Regel deutlich kleiner. Während der Recurve eine größe von 68 bis 72 Zoll hat, also um die 1,80 Meter groß ist, liegt die Größe der meisten Jagdbögen im Bereich von 60 bis 64 Zoll, was im Bereich um 1,60 Meter liegt.

 

Am Jagdbogen sind keine Anbauteile gestattet und auch das Abgreifen wir beim Barebow ist verboten.

Quelle: Kaufmann Bogensport
Quelle: Kaufmann Bogensport

Der Langdbogen - Robin Hood-Feeling

 

Als letzte, größere Bogenart ist noch der Langbogen zu erwähnen. Der Langbogen besteht aus Hölzern und darf keine Recurves aufweisen. Innerhalb dieser Bogenklasse gibt es verschiedene unterschiedliche Bauweisen der Bögen, weshalb eine allgemeine Charakterisierung eher schwierig ist.

 

Bis auf wenige Ausnahmen besteht der Langbogen aus einem Stück und der Sehne. Eine Trennung zwischen Wurfarmen und Mittelstück ist nicht möglich.

 

Der Bogen darf über absolut keine Anbauteile verfügen.

Disziplinen

Target - Große FITA und olympische Runde

 

Im Targetbereich, also dem Scheibenschießen, unterscheidet man die große FITA von der olympischen Runde.

In unserem Dachverband, dem DBSV ist die große FITA der übliche Wettkampfmodus, welcher in einem Wettkampf 4 Entfernungen á 36 Pfeilen vereint.

Die weitestesten Entfernungen schießen die U20 und Herren-Klassen der Recurver und Compounder mit 90m, 70m, 50m und 30m, wobei die Auflagengröße ab 50m verringert wird. Insgesamt umfasst der Wettkampf 144 Pfeile + Einschießpfeilen.

 

Die olympische Runde ist international von Bedeutung und wird in Deutschland vor allem im Schützenbund veranstaltet. Er umfasst eine Qualifikationsrunde von 2 mal 70m á 36 Pfeilen (also 72 Pfeile 9 Einschießen). Die besten dieser Qualifikation treten im Anschluss in den Finals an, welche nach einem K.O.-System ablaufen. Sieger ist der Gewinner der Knock-Out-Phase, welcher unter Umständen vom Sieger der Qualifikationsrunde abweicht.

Feldrunde

 

Viele Schützen des Targetbereichs nehmen ebenfalls an Wettkämpfen der sogenannten Feldrunde teil.

 

Die Ziele sind ebenfalls Zielscheiben, welche jedoch schwarz-gelb sind und lediglich 6 Ringe umfassen.

Die Ziele werden im Gelände abgestellt, wodurch es notwendig ist Entfernungen zu schätzen, sowie bergauf und bergab zu schießen.

 

Auf Weltmeisterschaften treten häufig Spitzensportler des Target-Bereichs, sowie Barebow-Schützen an.

 

Im DBSV und dessen Landesverbänden findet die Feldrunde meist gemeinsam mit der Waldrunde statt.

Quelle: bogenloewe
Quelle: bogenloewe

Waldrunde

 

Die Waldrunde ähnelt vom Grundsatz der Feldrunde, jedoch unterscheiden sich die Ziele.

 

In der Waldrunde sind die Ziele Abbildungen von Tieren und man unterscheidet die Ringzahl nach Körertreffer, Außenkill und Innenkill.

 

Man trifft bei dieser überwiegend auf Compound- und traditionelle Schützen.

 

Der Modus ist international wenig bedeutsam, wird im DBSV aufgrund der leichteren Logistik jedoch im Rahmen der Feld/Wald-Meisterschaften durchgeführt.

Quelle: bigarchery
Quelle: bigarchery

3D-Runde

 

Die 3D-Runde wird ebenfalls im hügeligem und felsigem Gelände abgehalten. Die Ziele sind 3 dimensionale Schaumnachbildungen von Tieren.

 

Die Wertung erfolgt identisch zu jener der Waldrunde. Es wird also ein Körpertreffer, ein Außenkill und ein Innenkill unterschieden.

Die Besonderheit: Es werden nur so viele Pfeile wie nötig geschossen.

 

Die höchste Wertung wird in jedem Fall, egal wo man trifft, mit dem ersten Pfeil erzielt. Es ist daher wichtig, mit dem ersten Pfeil zu treffen. Mit jedem weiteren Pfeil sinkt die Wertigkeit des Treffers. Kurz gesagt: Man schießt einen zweiten oder dritten Pfeil ausnahmslos in dem Fall, in welchem der vorherige das Ziel nicht getroffen hat.